Die geniale Strategie, um Ihr Team kreativer und Ihr Unternehmen erfolgreicher zu machen

Kennen Sie das? Ihr Kopf steckt fest.

In einem Gedankenlabyrinth, in dem es scheinbar kein Vor und Zurück gibt.
In dem selbst langes Nachdenken nicht hilft und man immer wieder an der gleichen Stelle landet.

Lösung? Fehlanzeige.

Vielleicht haben Sie aber auch erlebt, dass ein Spaziergang, eine Runde Joggen, ein Bild malen oder schlicht das Ausräumen der Spülmaschine neue Aspekte ins Spiel gebracht hat.

Das, was im Dunkeln lag, wurde plötzlich sichtbar. Seltsam, oder?

Kann man dem kreativen Denken auf die Sprünge helfen?

Und wenn ja, wie? Das wollten einige Wissenschaftler genauer wissen. Ist es Zufall oder steckt doch mehr hinter dem Spaziergang?

Kein Zufall! Selbst eine winzige Änderung des üblichen Verhaltens macht Menschen sehr viel kreativer. Klingt verrückt? Dazu eine Geschichte.

Sie beginnt in einem Forschungslabor der Universität Nimwegen in Holland. Eine junge Forschergruppe unter Leitung von Simone Ritter hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Menschen neue Ideen entwickeln.

Wie also gelingt der Ausbruch aus dem oben beschriebenen Gedankenlabyrinth?

Wie entstehen Lösungen im Kopf, auf die man bisher noch nicht gekommen ist?

Die Wunderland-Cafeteria als Ideengenerator

Im Forschungslabor, dem Virtual-Reality-Labor, hat Simone Ritter die Welt auf den Kopf gestellt. Ausgestattet mit einer Brille, wie man sie zum Beispiel aus dem 3-D-Kino kennt, schickte sie verschiedene Menschen in eine virtuelle Cafeteria. Dort angekommen, erzählten die Probanden, wollten sie am liebsten gleich ein Croissant bestellen. So real war das, was sie durch diese Brille erlebt haben.

Doch dann veränderten die Dinge ihre Gestalt. Es schien, als sei man mitten im Märchen und hätte sich kaum gewundert, wenn im nächsten Moment ein sprechendes weißes Kaninchen aufgetaucht wäre.

Denn nichts in dieser Cafeteria ist so, wie man es kennt:
Tische werden kleiner, je näher man ihnen kommt.
Gegenstände verschwinden, sobald man nach ihnen greifen will.
Eine Flasche, die vom Tisch zu fallen scheint, steigt stattdessen in die Luft.

Die Welt im Café ist ver-rückt. Surreal.

Wie bei wissenschaftlichen Versuchen üblich, gibt es eine zweite Gruppe Menschen, die ebenfalls in die virtuelle Cafeteria geschickt werden. Der einzige Unterschied in diesem Cafè: Die Welt ist so, wie man sie kennt. Flaschen fallen auf den Boden, Tische werden größer, wenn man sich ihnen nähert und Gegenstände bleiben da, wo sie sind.

Aber wozu das Ganze?

Surreal macht den Unterschied

Erleben Menschen eine Situation, die sich völlig von bekannten Situationen unterscheidet, in einer Art also, die das Gehirn nicht kennt, geschieht etwas Sonderbares:

Gibt man zunächst Versuchsgruppe 2, der Gruppe also, die virtuell eine ganz normale Welt erlebt hat, eine Aufgabe, etwa die, was man mit einem Ziegelstein alles anfangen kann, dann entsteht eine mittelgroße Menge an Lösungen.

Wird die gleiche Aufgabe den Menschen der 2. Versuchsgruppe gestellt, dann entstehen ungleich mehr Lösungen. So viel mehr, dass es nicht mehr zufällig sein kann.

Feuerwerk im Kopf

Wissenschaftlich nennt man die Wunderland-Cafeteria einen Schemaverstoß. Unser Gehirn ist durcheinander. Weil die schöne Ordnung auf den Kopf gestellt wird. Und genau dieser Schemaverstoß regt uns zu kreativen Höhenflügen an. Wir haben schlicht mehr Ideen.

Was aber haben fliegende Flaschen mit Unternehmen zu tun?

Zurück zu den Schemaverstößen. Frisch geboren, ist alles, was wir erleben, ein einziges Wunder. Den ganzen Tag sind wir damit beschäftigt, die Welt zu verstehen. In den ersten Lebenstagen steht unsere Umgebung sogar im wahrsten Sinne auf dem Kopf.

Denn das Gehirn ist noch nicht in der Lage, das empfangene Bild auf der Netzhaut richtig herum zu drehen. Das klappt mit der Zeit, aber es bleibt noch eine Weile abenteuerlich.

Ein Glück, denn genau das macht uns als Kinder so offen, so kreativ, so einfallsreich und so spielerisch.

Alter macht weise. Oder?

Je älter wir werden, desto normaler wird die Welt. Und desto seltener sind Wunder. Die Schemaverstöße. Wir nehmen hin, was wir sehen und verlassen uns auf das, was wir kennen. Abenteuer? Fehlanzeige.

Oder sind Sie in den letzten Jahren darauf gekommen, mal wieder eine coole Bude im Wald zu bauen, eine Kuh zu reiten, mit den Finger zu malen. Oder Schnecken zu sammeln – wie mein kleiner Neffe übrigens – als er noch ein kleiner Neffe war.

Kreative Experimente? Verrückte Ideen? Keine Spur.

Wir wissen schlicht, wie es geht. Wir kennen uns aus. Und vermeintlich alle Antworten auf die Fragen, die sich uns stellen. Und wir sind ja so erwachsen.

Das wiederum ist der Grund, warum wir so gerne in dem anfangs zitierten Labyrinth feststecken. Der Ausweg ist einfach nicht zu finden. Die bekannten Lösungen funktionieren nicht. Und neue Ideen sind nicht greifbar.

Der Job fordert Lösungen

Dabei müssen Menschen im Job permanent komplexe, verzwickte Fragen lösen.

  • Arbeitsplätze verändern sich in Zeiten der Digitalisierung.
  • Chefs kommen und gehen.
  • Teams bilden sich neu oder gehen auseinander.
  • Führungsaufgaben verändern sich.

Unternehmen als Teil der Gesellschaft müssen umdenken, weil das Klima sich ändert, Ressourcen knapper werden. Und weil Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Regional und global.

Das zu lösen ist aber eben nicht immer einfach. Zumindest nicht in der Tiefe und Breite, wie es notwendig ist oder immer notwendiger wird.

Ins Kunstlabor für kreative Lösungen

Nötig sind also Ideen, wie Unternehmen mit Umbrüchen umgehen können.

Mit Veränderungen zum Beispiel, die wir aktiv herbeiführen und die uns trotzdem fordern.
Andere, von denen wir wissen, dass sie kommen.
Oder, schwieriger noch, solche Umbrüche, die unangekündigt über uns hereinbrechen.

Genau da hilft ein Schemaverstoß!

Die Auseinandersetzung mit Kunst. Kunst?

Kunst?!

Was passiert bei einem Menschen der Kunst macht? Der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg (1925 – 2008) hat es im Jahr 2006 in einem Interview mit der ZEIT so beschrieben:

„Ich bin kein Künstler, der Ideen hat. Ich hasse Ideen. Und wenn ich trotzdem mal eine habe, dann gehe ich spazieren, um sie zu vergessen. Ich brauche die Unsicherheit, das Nichtwissen. … Also, am besten bin ich ein unbeschriebenes Blatt, wenn ich ins Atelier gehe. Nicht selten bin ich leider auch beim Rausgehen ein unbeschriebenes Blatt.“

Der Künstler schafft also einen Raum, in dem er losgelöst ist von seinem Problem. Ganz und gar versinken kann in der künstlerischen Arbeit.

Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem leeren Blatt der eigentliche künstlerische Prozess. Und bestenfalls auch das, was entsteht. Das, wie könnte man es besser beschreiben, ist genau der Schemaverstoß, der neue Lösungen ermöglicht.

» Ich wollte, dass sich etwas bewegt. Und es hat sich bewegt.

Das klingt vielleicht erstaunlich, darum habe ich ein paar Zitate gesammelt von Menschen, die durch Kunst den ersehnten Aha-Effekt erlebt haben. Leute, die genau mit den Anliegen oder Themen gekommen sind, wie ich sie eben beschrieben habe: Zwei Teams wurden zu einem zusammengelegt.
Eine Unternehmerin suchte nach einer Strategie, die ihre Firma wieder in Fahrt bringt. Eine wirtschaftliche Krise hatte ein Team verändert.

» Meine Erwartungen waren nicht zu hoch.

» Das Tun ist wie Kohlensäure, die in mir aufsteigt.

» Ich gehe mit viel Energie.

Bei allen lagen die Lösungen nicht auf der Hand. Was her musste, war der Schemaverstoß. Das Erleben einer neuen, anderen, unbekannten Erfahrung. Dazu, so wie wir es vom Eintauchen in die virtuelle Cafeteria kennen, völlig losgelöst von der eigentlichen Fragestellung. Denn – Sie erinnern sich an den Ziegelstein von eben – der hatte nun gar nichts mit schwebenden Flaschen zu tun, die den Probanden im Laboratorium begegneten.

Pinsel und Leinwand

Weil ich weiß, wie ertragreich das künstlerische Arbeiten ist, habe ich es in meine Arbeit integriert. Pinsel und Leinwand. Vision Boards, die Ideen sichtbar machen. Formen aus Ton.

Was durch Kunst passiert, ist ansehnlich. Wenn ich nach einiger Zeit mit Teilnehmern noch mal ins Gespräch komme, dann berichten sie von der Fülle an Erfahrungen, die sie insbesondere durch das künstlerische Schaffen gemacht haben. Ihre Persönlichkeit sei gereift, Fragen hätten sich geklärt und oft gab es einen Anstoß zu einer besonderen Entwicklung.

Was aber passiert genau beim Kunstmachen?

Kunstmachen ist schöpferisch und grundsätzlich nicht planbar. So, wie es Rauschenberg beschrieben hat. Da ist das leere Blatt und manchmal ist am Ende immer noch ein leeres Blatt. Aber egal was entsteht: Zwischen den beiden Zuständen passiert etwas.

Kunstmachen ist weder linear noch vorhersehbar. Sondern impulsiv und lebendig, spielerisch und sprunghaft. Kunstmachen macht Lösungen. Ungefähr so:

1. DAS THEMA – WORUM GEHT ES EIGENTLICH?
Am Anfang steht – das Problem. Die Frage, die man beantworten will, mit der man sich meist mindestens einmal im Labyrinth verirrt hat. Es ist durchaus erlaubt noch einmal ein paar Schritte zurückzugehen und die bisher erdachten Lösungsversuche zu rekapitulieren. Um beim Eingangs-Beispiel zu bleiben: Wir schauen uns den Ziegelstein genauer an.

2. INKUBATION – VÖLLIG LOSGELÖST
In dieser Phase wird dem Menschen bewusst, dass er sich im Labyrinth befindet. Trotz aller Versuche, bleibt die Lösung nebulös und der Mensch stecken. Das „Problem“ hat es sich bequem gemacht. Es nervt. Das ist der Moment, in der die Kunst, der künstlerische Prozess, oder sagen wir hier DER PINSEL, ins Spiel kommt. Der Mensch spielt, improvisiert, lässt sich treiben. Er nutzt den Pinsel, um herauszutreten aus dem Problem. Das Labor ist entstanden oder eben der Schemaverstoß.

3. ERLEUCHTUNG – BÄÄHM! ICH HAB’S!
Der Mensch oder eben der Künstler nimmt Abstand vom Problem. Verlässt das Vertraute. Taucht ein in einem Schaffensprozess, in einen Flow, in dem das eigentliche Problem vollständig in den Hintergrund tritt. Dezentrieren nennen wir es. Und noch mitten im Prozess, verändert sich etwas. Ganz ohne, dass man es kognitiv herbeiführen könnte, taucht plötzlich so etwas auf wie eine Lösung: „Ich hab‘s.“ Die Erleuchtung.

Nach der Überlieferung ist übrigens HEUREKA („Ich hab’s“) der Ausruf, den Archimedis in der Badewanne tat. Denn es war sein Auftrag herauszufinden, ob die Krone des Königs aus purem Gold sei. (war sie nicht, aber das ist eine andere Geschichte)

4. UMSETZUNG – ZURÜCK IN DIE REALITÄT
Das Aha-Erlebnis hat schon eine beachtliche Wirkung, es ist aber meist noch nicht die vollendete Lösung. Es muss ein letzter wichtiger Schritt folgen, der Dialog mit dem was entstanden ist, mit dem Werk. Es bietet meist mehr als auf den ersten Blick und man tut gut daran noch etwas tiefer einzutauchen und nach Antworten zu suchen. Um die Lösung zu konkretisieren und in die Praxis zu transferieren.

Das passiert in einer Art Innenschau oder auch im Austausch mit einem Partner, in der Gruppe oder im Team. Und nicht selten kommen Erkenntnisse in der Nacht oder noch viel später. Darum empfehle ich übrigens immer, Block und Papier neben das Bett zu legen.

Der künstlerische Prozess bietet also noch etwas mehr, als es die Reise ins virtuelle Labor tun kann. Wir schaffen den Schemaverstoß selbst. Das Werk nämlich. Und sind selbst Schöpfer, Betrachter und Problemlöser. Eine ganz schöne Kraft, die in einem künstlerischen Prozess steckt. Für einen Kreativitätsschub, der Ihr Unternehmen in das nächste Level katapultiert.

Und weil das so ist, biete ich in Team- oder Führungskräfteworkshops auf Wunsch ein kleines Kunstlabor an, in das ich mit Ihnen eintauche. Unter Anleitung einer professionellen Künstlerin. Das hat es in sich. Versprochen.

Aller Anfang ist fair.

Ihre Katharina

P.S. Denken Sie gerade: „Kunst? Das ist nichts mich?“ Cool down. Es ist ganz anders. Leichter. Schöner. Spannender. Intensiver. Und ein Feuerwerk für Ihre Kreativität.

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Hier schreibt Katharina Bertulat. Sie berät und unterstützt Menschen und Teams in Familienunternehmen mit einer fairen Unternehmenskultur. Junge Teams in Aufbruchstimmung. Teams in stürmischen Zeiten. Und Teams, wenn plötzlich alles anders ist.

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