7 smarte Führungsstrategien, die für erfolgreiche Führungskräfte selbstverständlich sind

Führungsexperten mit Führungsstrategien

Gespräche, die nicht verlaufen, wie Sie es geplant haben, ein überlaufendes Email-Postfach und das Gefühl, ständig für alles verantwortlich zu sein. Und immer fehlt Zeit. Führungskräfte kennen das Dilemma.

Ich habe die besten Führungsexperten aus meinem Netzwerk gefragt, was sie Führungskräften empfehlen. Wie man etwa gute Gespräche führt, Teams agil führt oder auch wie man sich als Führungskraft selbst organisiert. Am 01. Januar habe ich die 1. Staffel Tipps veröffentlicht. Damit nicht genug. Hier kommen 7 smarte Führungsstrategien, die Ihre Führungsarbeit erleichtern.


INHALT: 7 SMARTE FÜHRUNGSSTRATEGIEN

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 1 – Wer fühlt – der führt!
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 2 – Führungskompetenz Selbstführung
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 3 – Eine Hommage an das Nichts-Tun
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 4 – Agile Leadership – Teams agil führen
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 5 – Wie Engpässe Deiner Strategie helfen
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 6 – So profitieren Sie von Scannerpersönlichkeiten
#FÜHRUNGSSTRATEGIE 7 – Wer auf Diversität setzt, hat langfristig die Nase vorn


Mit Britt Bürgel verbindet mich eine besondere Nähe und das liegt nicht nur daran, dass wir von Zeit zu Zeit unseren Praxisraum teilen. Britt hat ein gutes Gespür für Menschen und ist eine ausgezeichnete Zuhörerin. Kein Wunder, dass es in ihrem Tipp um Wahrnehmen und Zuhören geht. Qualitäten, die man, vor allem als Führungskraft, nicht genug trainieren kann.

# FÜHRUNGSSTRATEGIE 1 – Wer fühlt – der führt!

von Britt Bürgel

Wie bitte? Sollte es nicht heißen: Wer fragt, der führt? Richtig ist: Wenn Sie als Führungskraft eine (gute) Frage formulieren, können Sie die Kommunikation damit gezielt steuern. Manchmal wird es Ihnen allerdings passieren, dass Sie trotz aller Raffinesse bei der Fragenformulierung nicht an Ihr Ziel gelangen.

Fallstricke der „guten“ Kommunikation

Ganz gleich, ob es sich um ein Zielvereinbarungsgespräch, ein Abteilungsmeeting, das wöchentliche One-to-One mit Ihren Mitarbeiter*innen handelt: Wenn Sie sehr viel Energie und Aufmerksamkeit darauf verwenden, was Sie bei Ihrem Gegenüber im Gespräch erreichen möchten, ist die Gefahr groß, dass Sie am Ziel vorbeischießen. Was ist passiert? Durch den Fokus auf das WAS (Was muss an Zahlen, Daten, Fakten geklärt werden? Was sind die betrieblichen Vorgaben, die es zu erreichen gilt?) und das WIE (Wie reagiere ich auf mögliche Meinungen, Einwände, Fragestellungen?) gerät schnell das Wesentliche aus dem Blick.

Weniger ist mehr

Wenn Sie es sich erlauben, im Gespräch weniger darüber nachzudenken, was gleich als nächstes passieren könnte, werden Sie eine interessante Beobachtung machen: Sie können sich mehr auf das einlassen, was gerade geschieht. Wie geht es Ihrem Gesprächspartner, Ihrer Gesprächspartnerin im Moment? Und wie geht es Ihnen selbst? Was sich möglicherweise ungewohnt, vielleicht sogar unprofessionell anfühlt, ist in Wirklichkeit die Basis dessen, was gute Führung ausmacht. Sie treten in Beziehung zu den Menschen, die für Sie tätig sind. Nicht der Verstand oder gute Fragetechniken, sondern Gefühle sind der Boden, auf dem Beziehungen wachsen können.

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Britt Bürgel - Coach für weibliche Führungskräfte

Britt Bürgel coacht seit 2010 weibliche Fach- und Führungskräfte v.a. bei Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei spielt das Thema Selbstwert häufig eine zentrale Rolle. Bei dem Rollenwechsel, den die Mutterschaft mit sich bringt, bekommen auch die Emotionen einen größeren Stellenwert im Alltag der Frauen (Wer schon mal versucht hat, ein müdes Kleinkind mit guten Worten davon zu überzeugen, sich die Zähne putzen zu lassen, weiß, was gemeint ist! 😉 Die viel diskutierte Care-Arbeit im häuslichen Kontext bietet dabei große Chancen für Mütter, persönlich zu wachsen – und diese Entwicklungsprozesse lassen sich auch im Job wunderbar nutzen.

Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit war Britt rund 10 Jahre als Coach in der Versicherungswirtschaft tätig. Dann kam ihr Sohn auf die Welt und verhalf Britt auf nicht ganz unanstrengende Weise zu einer Klärung ihrer beruflichen Werte und Ziele. Heute ist sie auch für Non-Profit-Organisationen tätig und gibt ihr Wissen in Seminaren und Workshops weiter.


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Jürgen Schmidt-Hillebrand ist mein sehr geschätzter langjähriger Kollege und Partner, manchmal auch mein Mentor und Coach. Viele Jahre schon arbeiten wir als eingespieltes Moderatorenteam für Behörden und Unternehmen. Zum Beispiel, wenn eine Maßnahme komplex und herausfordernd oder ein Team besonders groß ist. Sein Selbstführungs-Tipp hilft Führungskräften, die eigene Führungarbeit mit einfachen Mitteln immer wieder zu reflektieren und zu verbessern.

# FÜHRUNGSSTRATEGIE 2 – Führungskompetenz Selbstführung: 5 erstaunlich wirksame
 Tipps für 
Führungskräfte

von Jürgen Schmidt-Hillebrand

Ich konnte es fast nicht glauben. In einem Follow Up Workshop einer Führungskräfte-Weiterbildung sagte eine Führungskraft:

„Ja, aufgrund des ganzen Tagesgeschäfts konnte ich die anstehenden Mitarbeitergespräche und die Team-Meetings nicht umsetzen. Das geht bei all der Arbeit nicht“

Viele Führungskräfte sind sich dessen nicht bewusst, sie agieren als fachliche Sachgebietsleiter*innen. Ein Dilemma. Die Führungkraft als getarnte Sachbearbeiter*in. Die Nebenwirkungen im Team sind fatal: Unmut über nicht getroffene Entscheidungen, zu geringer Fortschritt in Projekten, ungeklärte Erwartungen, ein schon länger schwelender Konflikt im Team über ungleiche Belastungen.

Wie kommt man als Führungskraft raus aus dem Dilemma? Wie entspricht man einerseits den fachlichen Aufgaben und Zielen und übernimmt andererseits die so wichtige Führungsaufgabe?

5 Mini-Praxis-Tipps zur Selbstführung

1. Das eigene Führungsverständnis klären:
Was sind meine wichtigsten Werte als Führungskraft? Was braucht mein Team und jeder einzelne im Team? Wie kann meine Führungsarbeit vorbildlich sein?
Wie könnte das in der Praxis konkret aussehen? Denken Sie dabei an kleine Schritte.

2. Das Prinzip Schriftlichkeit:
Notieren Sie sich wichtige Ereignisse und Ihre Wahrnehmung jeden Tag in einem persönlichen Notizbuch. Dann ist alles an einem Ort und Sie können am Ende der Woche darüber nachdenken und sich bewusst für eine Handlung entscheiden.

3. Wochen-Re-View:
Reservieren Sie sich am Freitag ca. 30 bis 60 Minuten Zeit und schließen Sie die Woche bewusst ab. Reflektieren Sie, was wichtig war und was Sie geleistet haben, auch in der Führungsarbeit. Notieren Sie sich das und ziehen Sie dann das Fazit.

4. Wochen-Pre-View:
Wie sieht die nächste Woche aus, womit starten Sie am Montagmorgen, was nehme Sie sich in der Führungsarbeit konkret vor? Dies tragen Sie sich verbindlich ein. Am Ende der Woche folgt das neue Re-View mit Ihrem Fazit für die dann folgende Woche.

5. Das direkte Gespräch:
Ein Gespräch ist wertvoll. Auch wenn die Zeit knapp ist und vor allem, wenn Schwieriges zu klären ist, sollte es wertschätzend und konstruktiv gestaltet werden. Förderliche Gespräche brauchen Zeit. Doch nicht miteinander sprechen schafft großes Unbehagen und Konflikte.

Fünf Minitipps, die Ihnen helfen in Ihrer Führungspraxis wirksam zu sein und Ihre Arbeit mit Freude zu machen.

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Jürgen Schmidt-Hillebrand

Jürgen Schmidt-Hillebrand ist Business-Coach & Organisationsentwickler, Mentor für persönliche Entwicklung. Seit über zwanzig Jahren arbeitetet er branchenübergreifend für Unternehmen und Organisationen in Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Mit seinem Fokus auf den Menschen in Teams und Organisationen liegt seine Expertise in der gemeinsamen Entwicklung eines förderlichen und motivierenden Umfeldes mit wertschätzender Kommunikation und kollegialer Kooperation. Insbesondere in anspruchsvollen und konfliktbehafteten Situationen unterstützt er Teams und Organisationen dabei, Wandel zu gestalten. Durch Klärung verbindender Werte und der Entwicklung einer attraktiven Vision.

Lust auf mehr Tipps zur Selbstführung?
Versuchen Sie doch mal, etwas weniger zu tun. Wie jetzt?
Hier gibt es eine federleichte Strategie.


Schon meine erste Begegnung mit Karin Probst war besonders. Eine kluge Kollegin mit feinen Antennen für das was ist. Ein leiser Mensch mit großer Wirkung. So ist auch ihr Tipp: Warten Sie. Hören Sie zu. Haben Sie Geduld. Lassen Sie Lösungen zu, die nicht Ihre sind.

So leicht. Und doch so schwer.

Lesen Sie mal. 🙂

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 3 – Der Weg der leeren Hand: Eine Hommage an das Nichts-Tun

von Karin Probst

Woran kann ich sicher erkennen, welche Seminarteilnehmenden Führungskräfte sind? Diejenigen, die reinkommen, mir gleich die Hände schütteln, sofort Lösungen anbieten, nach dem Motto: „Ich hole schnell…“, „ich mache das…“ noch bevor ich einen eventuellen Bedarf geäußert habe.

Als Führungskraft müssen nicht alles selbst erledigen

Mein Tipp wäre: Warten Sie. Warten Sie, bis Sie gefragt werden. Fragen Sie, wenn Sie nicht mehr warten können. Aber machen Sie es bitte nicht alles „geschwind“ alleine, weil Sie es so gewohnt sind, Lösungen aus dem Ärmelchen zu schütteln. Machen Sie eine Pause, in der das geschüttelte Reptilienhirn sich wieder sortieren kann, das vegetative Nervensystem wieder auf den Modus „Sicher“ statt „Bedroht“ schalten kann. Warten Sie, bis Einfühlung, Kreativität und Lösungsorientierung wieder möglich ist.

Lassen Sie Ihrer Mitarbeiter*innen eigene Lösungen finden

Eine kleine Wertschätzung oder Einfühlung hilft hier wahre Wunder, und statt Kampf und Flucht ist wieder Beziehung möglich. Prof. Steven Porges hat das in seiner Polyvagal-Theorie wunderbar erläutert, wie wichtig die Beziehung zur Führungskraft ist, um keinen Stress zu erzeugen, welcher alle wunderbare Gedankenkraft einfach zerstört. Beziehung zur Führungskraft, ermächtigt zu werden, eigene Lösungen zu finden, Rückendeckung, Klarheit und Konsequenz – das alles würde ein sicheres Beziehungssystem ermöglichen, worauf unser autonomes Nervensystem nur eine Antwort hat: Soziales Engagement, Verbundenheit und Einfühlung. Und davon brauchen wir gerade jetzt mehr als denn je.

Warten und Hören. Unterschätzte Führungskompetenzen

Warten Sie. Atmen Sie durch. Warten Sie, bis alles Rechthaben verraucht ist. Hören Sie zu, was die Lösung sein will und nicht, was das Problem ist. Sagen sie klar, was Sie möchten – und nicht, was Sie nicht möchten. (Beim Metzger z.B. können wir das ja schon, da sagen wir ja auch nicht: „Ich möchte keine Gelbwurst“, wenn wir 100 g feine Salami haben wollen…). Warten Sie. Hören Sie. Und machen, wenn überhaupt, eine beinahe hypnotische Formulierung des gewünschten Verhaltens. Ohne Schuldzuweisung oder Beschämung des Gegenübers. Laden Sie ihn ein in die Muster des Gelingens, und warten Sie. Eine Atempause, alle 2 Stunden für 3 Minuten. Das wird Ihnen und Ihren Mitarbeitern sicher gut tun.

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Karin Probst - 2 changes

Seit 1996 begleitet Karin Probst Menschen dabei, gelassen und gleichzeitig wirksam zu sein.

Sie ist Diplom-Schauspielerin, zertifizierte systemische Business Coach,
Stress- und Burnoutpräventionsberaterin und Coach für Lazy Leadership und eine Wohltat für jeden, der mit ihr zu tun. hat.


Die Welt verändert sich radikal und in Windeseile. Wissen von heute ist morgen Schnee von gestern. Die Digitalisierung dominiert die Führungsarbeit. Herausforderungen einer immer komplexer werdenden Zeit. Meine Kollegin Evelyn Brock hat eine Antwort, wie Führungskräfte mit dieser Herausforderung umgehen können.

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 4 – Agile Leadership – Teams agil führen

von Evelyn Brock

VUCA – Die Welt im rasanten Wandel

Wir befinden uns heute in einer sich schnell verändernden VUCA-Welt, was steigende Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit von Informationen) bedeutet. Die Unternehmen haben zunehmend mit digitalen Zielgruppen zu tun – bis hin zu der Frage, ob das aktuelle Geschäftsmodell überhaupt noch zukunftsfähig ist. Bei vielen sind Strukturen, Abläufe und Prozesse noch (zu) wenig agil und kunden- bzw. mitarbeiterorientiert, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

Agile Leadership – eine schlaue Antwort

Meine Hypothese und auch Erfahrung ist, dass Agilität und damit auch der Agile Leadership Ansatz die zentrale Antwort auf diese veränderten Bedingungen und Anforderungen ist. Die Umstellung auf ein agileres Arbeiten ist sowohl für die Mitarbeitenden, aber auch für die meisten Führungskräfte eine sehr große Herausforderung, da sie ihre Leitungsrolle umdefinieren und die Teams z.B. mehr in die Selbstverantwortung führen müssen.

Agilität stärkt Mitarbeitermotivation

Eine erste Möglichkeit zur Weiterentwicklung des Unternehmens besteht darin, ein agiles Pilotprojekt zu konzipieren und umzusetzen. Die Idee ist dabei, ein cross-funktionales agiles Team aufzustellen und somit einen Lern- und Experimentierraum zur Gestaltung des digitalen Wandels zu schaffen. Die in dieser „Ideenschmiede“ gemachten Erfahrungen wirken sich sehr positiv auf das gesamte Unternehmen aus und führen auch zu einer gesteigerten Mitarbeitermotivation. Und natürlich entstehen zahlreiche Ansätze für zukünftige Produkte/Dienstleistungen und Optimierungsprozesse oder Kollaborationsformen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den agilen Reifegrad des Unternehmens im Hinblick auf Strategie, Struktur, Prozesse, Führung und Kultur zu bestimmen und dann gemeinsam mit allen Betroffenen Entwicklungsschritte zu definieren und umzusetzen.

Best Practice: Sipgate aus Düsseldorf

Und es macht Sinn, Best Practice Beispiele wie die Firma Sipgate in Düsseldorf zu studieren, die einen eigenen agilen Ansatz zur Unternehmensführung entwickelt haben und seit über 10 Jahren erfolgreich leben. Ein Besuch an einem Open Monday in diesem Unternehmen lohnt sich.
Eine gute Unterstützung bietet auch eine geförderte Beratung durch das Förderprogramm unternehmensWert Mensch plus für alle Themen rund um die Digitalisierung.

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Evelyn Brock - Aigle Leadership

Evelyn Brock ist seit 1996 selbständige Unternehmensberaterin und Dozentin mit den Schwerpunkten Start-up und Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung, digitale Transformation und Agile Leadership.

Sie ist akkreditiert als Beraterin beim Beratungsprogramm Wirtschaft und der Potenzialberatung des Landes NRW, beim Bafa-Programm „Förderung unternehmerischen Know-Hows“ sowie bei unternehmensWertMensch und unternehmensWert Mensch plus (Digitalisierung).

Daneben arbeitet sie seit 2006 für den DIHK als Gründungs- und Start-up-Beraterin und unterrichtet an der IHK Köln und anderen Bildungsträgern diverse Führungs- und Personalthemen.


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Eine Kette ist nur so gut, wie ihr schwächstes Glied. Was wie eine Binsenweisheit daher kommt, ist harte Unternehmensrealität. Der Engpass bestimmt den Erfolg. Darum sollten genau an der schwächsten Stelle Prozesse optimiert werden. Wie aber erkennt man den erfolgsbehindernden Engpass? Carsten Kiess beschreibt einen simplen Prozess, wie der begrenzende Faktor in Arbeitsprozessen sichtbar wird und wie Sie ihn systematisch beheben.

Eins ist sicher. Die Engpass-Theorie sollten Sie als Führungskraft unbedingt kennen.

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 5 – Wie Engpässe Deinem Team und Deiner Strategie helfen

von Carsten Kiess

Du hast neue Ziele im Blick? Eines davon sollte sein, zusammen mit Deinem Team den Teil Deiner Wertschöpfungskette zu erweitern, der Dich aktuell einschränkt. Weil – irgendetwas ist immer der Engpass!

Zum Beispiel bei Deinem Computer:
– Fast alles gut, nur die Festplatte ist voll. Neue große Festplatte!
– Fast alles gut, nur etwas langsam. Neuer schneller Prozessor!
– Und so weiter.

Die „Engpasstheorie“ („Theory of Constraints“ von Goldratts) besagt „In jeder Wertschöpfungskette gibt es genau ein System, das die Leistungsfähigkeit des Ganzen bestimmt – ein eindeutiger Engpass“.

Das „Rezept“ um die Leistungsfähigkeit der Wertschöpfungskette zu erhöhen:

1. „Identifiziere den Engpass“
2. „Laste den Engpass voll aus“
Sorge dafür, das einerseits genug Arbeit da ist und andererseits nur das wirklich Wesentliche an dieser Stelle getan wird.
3. „Ordne alles der Auslastungsentscheidung unter“
Sorge dafür, dass der Engpass optimal bedient wird, in der richtigen Qualität.
4. „Behebe den Engpass“
Jetzt erst unternehme die aufwändigeren Schritte, zum Beispiel Kapazitätserhöhung.
5. „Bei Schritt 1 erneut beginnen“
Und nun ist der nächste Engpass dran!

Um für den Start die Engpässe zu identifizieren, bietet sich eine Visualisierung im Team mit einem Kanban-Board an.

Einfachste Version: An einer Tafel die einzelnen Schritte im Ablauf als Spalten anbringen und dann die Aufträge, Kunden etc. auf Klebezetteln eintragen und verfolgen. Jetzt wird schnell sichtbar, wo der Fluss stockt!

Das ist der erste Schritt zur systematischen Prozessverbesserung im Team, von Schnittstellen mit Kunden und Partnern bis zu einem „Pull-System“ und „Flow-Management“.

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Carsten Kiess - Scrum Master

Carsten Kiess ist freiberuflicher Agiler Coach und Experte für Kanban und Scrum. Seine Themen sind Strategie, Transformation und Agilität für Teams und kleine bis mittlere Unternehmen. Carsten hat mehr als 25 Jahre Berufserfahrung und bietet Workshops, Beratung und Coaching im Raum Bonn, Köln und Düsseldorf an.


„Scanner“ sind wahre Multitalente. Eine echte Bereicherung für jedes Unternehmen, denn sie arbeiten sich schnell und gerne in unterschiedlichste Themen ein. Allerdings brauchen sie diese Herausforderungen auch, sonst verkümmern sie und ihre Ideen. Gut zu wissen also, wie man Scannerpersönlichkeiten erkennt und fördert. Wie das geht und wie Sie am besten mit vielbegabten Mitarbeiter*innen umgehen, beschreibt meine Coachingkollegin Annette Bauer in ihrem Tipp.

 

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 6 – So profitieren Sie von Scannerpersönlichkeiten

von Annette Bauer

Gibt es jemanden in Ihrem Team, der ständig mit neuen Ideen aufwartet? Einer oder eine, die sich in jedes Thema einarbeiten kann? Gleichzeitig manchmal gelangweilt scheint? Mitarbeiter*innen, die deutlich mehr Dinge können als andere?

Es kann gut sein, dass sich unter Ihren Mitarbeiter*innen Scanner*innen verbergen. Als Coach für Scannerpersönlichkeiten und Vielbegabung ermutige ich Sie zu drei Dingen.

1. Scanner*innen wollen Herausforderungen

Menschen mit der Begabung, sich immer auf Neues einzulassen, brauchen gleichzeitig dieses Neue. Immer gleiche Abläufe und Inhalte, sowie Alltagstrott machen aus hochmotivierten Mitarbeiter*innen unmotivierte. Lassen Sie Spielräume! Geben Sie die Möglichkeit Abläufe individuell zu gestalten. Individualität ist für Scanner ein hohes Gut und erhält Ihnen die Motivation.

2. Vertrauen Sie auf Kompetenz

Wer Individualität, den kreativen Umgang mit Aufgaben und Projektzielen zulassen will, braucht Vertrauen! Es bedarf einer Art von „Kontrolle“, doch machen Sie es anders. Vertrauen Sie auf die Kompetenz ihrer Mitarbeiter*innen. Nehmen Sie Abstand vom altenhergebrachten Kontrollverständnis. Regelmäßiger, knapper Austausch, interessiertes Nachfragen, ist für Menschen mit besonderen Begabungen und Ansprüchen an das eigene Arbeiten, der zielführendere Weg.

3. Gestalten Sie Ziele flexibel

Ans Ziel wollen alle irgendwie kommen, Sie und Ihre Mitarbeiter*innen. Auch vielbegabte Scannerpersönlichkeiten möchten Ziele erreichen. Wichtig ist jedoch das Verständnis der Ziele. Sind sie in Zement gegossen? Oder gibt es auch hier Flexibilität. Herrscht auch hier Vertrauen? Gute Ziele sind Wegbereiter zur Erreichung einer Absicht, sind „In-Gang-Bringer“, um auf dem richtigen Weg der Vision entgegen zu gehen und können sich im Laufe des Prozesses verändern.

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Annette Bauer - Coach für Vielbegabte

Annette Bauer ist und seit über 20 Jahren in der Beratung und Begleitung von Menschen tätig. Sie ist Coach für Vielbegabte und Scannerpersönlichkeiten mit dem Motto „Lebe selbstloyal!“ und Weiterbildnerin für Coaches und Berater*innen. Außerdem ist sie Initiatorin des CoachCampKöln und Gründerin von derSeminarbetrieb (Start Mitte Januar 2020).

Ihre beiden Bücher „Vielbegabt, Tausendsassa, Mulittalent“ und „Auf die lange Bank“sind beim Jungfermann Verlag erschienen.


Monika Rörig ist mir gleich aufgefallen. Wir waren gemeinsam in einem Online-Kurs und als wir uns dann in Berlin live getroffen haben, hat es gleich gepasst. Monika ist eine Frau mit Kraft und Ausdauer. Frauen, die das auch werden wollen, sind bei ihr bestens aufgehoben.

#FÜHRUNGSSTRATEGIE 7 – Wer auf Diversität setzt, hat langfristig die Nase vorn

von Monika Rörig

Die Menschen, von denen ich in meiner beruflichen Laufbahn am meisten gelernt habe, waren oft diejenigen, die mir am Unähnlichsten waren. Deswegen mein Tipp an Sie als Führungskraft: Stellen sie ein vielfältiges Team zusammen.

Dabei geht es nicht nur um die äußeren, sichtbaren Unterschiede, wie Geschlecht, Alter oder Hautfarbe, sondern auch Unterschiedlichkeit im Auftreten (extrovertiert/ introvertiert), Familienstand (Elternschaft, ohne Kinder, Single). Nutzen Sie das gesamte Diversitäts-Spektrum.

Diversität? – Das klingt nach Spannungen und Aufwand

Ja. Jede_r von uns umgibt sich lieber mit Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge schwimmen, die uns ähnlich sind und gleiche Ansichten vertreten. Das ist angenehmer und weniger anstrengend. Sie als Führungskraft haben schon genug um die Ohren, warum sollten Sie sich freiwillig noch mehr Arbeit aufhalsen?

Ein diverses Team zu führen, bedeutet erst mal mehr Arbeit. Sie müssen sich mit verschiedenen Meinungen auseinandersetzen, es kommen unterschiedliche Perspektiven hinzu, es wird mehr Diskussionen geben. Und dennoch …

Wer auf Diversität setzt, hat langfristig die Nase vorn

Dieser erste Mehraufwand zahlt sich für Sie und Ihr Team aus, denn sie werden effektiver arbeiten. Durch die verschiedenen Ansichten können im Vorfeld bereits Probleme erkannt werden, die in gleichen Teams erst viel später aufgekommen worden wären.
Im Grunde partizipiert das ganze Team von Diversität.

Was braucht es dafür?
Mut, Offenheit, Zuhören wollen und Reibung zulassen können.

Und was mache ich, wenn ich von der Unternehmensführung keine Unterstützung bekomme?

Dann kommen Sie mit den harten Fakten. Es gibt mittlerweile viele Studien, die belegen, dass diverse Teams wirtschaftlich erfolgreicher sind.

Und ansonsten… holen Sie sich eine_n Expert_in ins Haus.:)

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Monika Rörig – Coach für Frauen in Männerdomänen

Monika Rörig berät und begleitet sie Unternehmen auf ihrem Weg zur diversen Organisation. Des weiteren stärkt sie Frauen in Männerdomänen dabei, selbstbewusst und auf ihre Art in Führung zu gehen.
Als Mutter von zwei Mädchen ist ihr die gleichberechtigte Arbeitswelt ein besonderes Anliegen. Ihr Credo: wir schaffen das nur zusammen.

Bevor sich Monika Rörig mit ihrer FOKUSWerkstatt selbstständig gemacht hat, war sie 14 Jahre als Dipl.-Wirtschaftsingenieurin in der IT-Branche tätig. Auf diese Expertise, sowie diverse Zusatzausbildungen (Systemische Business Coach, Mentaltrainerin) greift sie heute in ihrer Arbeit mit und in Unternehmen, sowie ihren Klientinnen zurück.
Ehrenamtlich engagiert sie sich als Mentorin in der Frauenakademie München.

Welcher Tipp spricht Sie besonders an? Was wollen Sie gleich ausprobieren? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, Gedanken und Ideen.

Aller Anfang ist fair.

Ihre Katharina Bertulat

P.S. Sie haben eigene Tipps? Schreiben Sie sie in den Kommentar. Ich freue mich.

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Hier schreibt Katharina Bertulat. Sie berät und unterstützt Menschen und Teams in Familienunternehmen mit einer fairen Unternehmenskultur. Junge Teams in Aufbruchstimmung. Teams in stürmischen Zeiten. Und Teams, wenn plötzlich alles anders ist.

Sie wollen mehr erfahren? www.bertulat.de


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