Sieben effektive Neujahrs-Tipps für Führungskräfte von sieben Führungsexperten

Fotos von sieben Führungsexperten, die Führungstipps geben

In Seminaren oder Coachings mit Führungskräften werde ich oft gefragt, ob ich den ein oder anderen guten Führungstipp habe.

Führungskräfte, sage ich dann, sollten vor allem fair und wertschätzend mit ihren Mitarbeiter*innen und (!) mit sich selbst umgehen. Sie sollten Freiheit zulassen, Verantwortung übergeben und Sinn sichtbar machen. Wesentliche Bausteine für gute und moderne Führung auf Augenhöhe.

Ich wollte es genauer wissen und habe die besten Führungskräftecoaches und Business-Expert*innen aus meinem Netzwerk gefragt, welche Führungstipps sie Führungskräften für das neue Jahr mitgeben möchten. Wow. Es ist eine Menge zusammengekommen.


#FÜHRUNGSTIPP 1 – 7 der Expertentipps finden Sie in diesem Artikel.

#FÜHRUNGSTIPP 1 Weniger ist mehr
#FÜHRUNGSTIPP 2 Warum Führungskräfte netzwerken sollten
#FÜHRUNGSTIPP 3 Setzen Sie Ihre Gesundheit auf Prio 1
#FÜHRUNGSTIPP 4 Facilitation – Wie Sie Ihre Mitarbeiter*innen aktiv einbinden
#FÜHRUNGSTIPP 5 Die 6 wichtigsten Elemente einer Unternehmensvision
#FÜHRUNGSTIPP 6 Einfach mal nachfragen
#FÜHRUNGSTIPP 7 Wertschätzung ist mehr als Lob

Die nächsten folgen in Kürze.


Besonders gefällt mir zum Beispiel der Weniger-ist-mehr-Tipp meiner geschätzten Coaching-Kollegin Dr. Anja Schäfer. Bei den vielen, oft komplexen Aufgaben, die ich koordinieren muss, verzettele ich mich hin und wieder. Kennen Sie das auch?

Dann sollten Sie ihren Tipp „Weniger ist mehr“ unbedingt lesen.

#FÜHRUNGSTIPP 1 – Weniger ist mehr

von Dr. Anja Schäfer

Die meisten von uns kennen das Gefühl, dass die Tage nur so verfliegen. Nur allzu oft haben Sie als Führungskraft so viele Dinge um die Ohren, dass Sie sich nicht mehr auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren können oder diese gar aus dem Blick geraten.

Priorisieren und konzentrieren

Hier helfen zwei Dinge: priorisieren Sie zum einen, indem Sie sich selbst managen und nicht Ihre Zeit. Und konzentrieren Sie sich zum anderen nur auf eine Sache, denn weniger ist häufig mehr.

Beginnen Sie Ihren Arbeitstag damit, dass Sie Ihre Aufgaben wie folgt unterteilen:

  • wichtig und dringend
  • wichtig und nicht dringend
  • nicht wichtig, aber dringend
  • Behalten Sie den Überblick über Ihre täglichen Aufgaben

    Organisieren Sie sich so, dass Sie so gut wie möglich Herr oder Herrin Ihres Arbeitsablaufes sind und bleiben. Dies braucht etwas Übung, gelingt aber am besten, wenn Sie die unterschiedlichen Aufgaben und Alltäglichkeiten, die an Sie herangetragen werden, in einem ersten Schritt für sich priorisieren. Fokussieren Sie sich zunächst auf die wichtigen und gleichzeitig dringenden Aufgaben, also solche, die zwingend von Ihnen selbst zu erledigen sind.

    Terminieren Sie wichtige, im Moment aber noch nicht dringende Themen, um sie gegebenenfalls auf diese Weise schon vorzubereiten oder später zu bearbeiten. So stellen Sie sicher, dass Ihnen nichts „durchrutscht“. Notieren Sie sich alle weniger wichtigen und im Einzelfall auch dringenden Punkte, um diese – wenn möglich – abzugeben oder einfach nur hintenanzustellen.

    Mono- statt Multitasking schont Ihre Kräfte

    Verabschieden Sie sich in einem zweiten Schritt davon, alles auf einmal erledigen zu wollen oder gar zu müssen. Dies ist in den meisten Fällen weder kräfteschonend noch produktiv. Mono- statt Multitasking führt in der Regel zu einem deutlich stressfreieren und gleichzeitig konzentrierteren Arbeiten.

    Sich selbst gut zu führen – der wichtigste Schritt in Richtung Erfolg

    Im Ergebnis werden Sie auf diese Weise nicht nur mehr Aufgaben in besserer Qualität und meist auch in kürzerer Zeit erledigen können, sondern auch in der Regel Ihren eigenen Bedürfnissen besser gerecht werden. Sich selbst gut zu führen ist schließlich der erste und wichtigste Schritt in Richtung Erfolg.

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    Dr. Anja Schäfer - Frauen in Führung

    „Als Business Coach und Mentorin berät und unterstützt Dr. Anja Schäfer seit mehr als fünf Jahren Frauen dabei, für sich, ihre Ziele und Wünsche, den nächsten Schritt in punkto Karriere oder Business in Führung zu gehen, sich in einem männlich geprägten Arbeitsumfeld beruflich oder persönlich weiterzuentwickeln, ihr Netzwerk auf- oder auszubauen sowie ihre Kommunikationswerkzeuge zu erweitern.

    Dr. Anja Schäfer arbeitete vor ihrer Selbstständigkeit acht Jahre lang als Rechtsanwältin in einer großen mittelständischen Kanzlei unter lauter Chefs und vorrangig Kollegen gearbeitet und kennt daher die Herausforderung als „die Dame im Spiel“ sehr gut.“


    Netzwerken hat schnell den fiesen Beigeschmack von Klüngelei und Seilschaften. Weit gefehlt – Netzwerken bringt Menschen zusammen. Wer persönlich empfohlen wird, hat beste Chancen, einen Job oder Auftrag zu bekommen. Weil wir alle vor allem Menschen vertrauen, die wir kennen und schätzen. Netzwerken ist also DER Motor für Erfolg und Karriere – nicht nur für Führungskräfte.

    Silke Grotegut und ich sind als Netzwerkerinnen zusammengekommen und mittlerweile ein echtes Dreamteam. Ihren Tipp zum Führungskräfte-Netzwerken sollten Sie unbedingt lesen – auch oder vor allem dann, wenn Netzwerken bisher nicht so Ihre Sache war.

    #FÜHRUNGSTIPP 2 – Netzwerken für Führungskräfte

    von Silke Grotegut

    „Mir liegt das Klüngeln nicht!“ Diese Antwort bekomme ich häufig, wenn ich im Coaching auf das Thema Netzwerk bei der beruflichen Neupositionierung zu sprechen komme. Dabei hat Netzwerken gar nichts mit Klüngeln zu tun.

    Gerade für Führungskräfte ist Netzwerken wichtig!

    Mehr als die Hälfte der Positionen erblickt nicht das Licht des offenen Stellenmarktes. Die meisten Positionen bleiben auf dem sogenannten verdeckten Stellenmarkt und werden an jemanden vergeben, den jemand kennt.

    Gerade für Führungskräfte ist ein stabiles Netzwerk wichtig, denn ich habe es in meiner Laufbahn schon häufig erlebt, wie selbst Leistungsträger von einem auf den anderen Tag ohne Job dastanden. Sicher: in großen Unternehmen fällt man weich. Der Abgang wird meist durch eine schöne Abfindung versüßt. Aber der Job ist trotzdem futsch. Und die Luft ist da oben bekanntlich dünner. Wer dann ein breites Netz an Kontakten hat, tut sich häufig deutlich leichter eine neue adäquate Position zu bekommen.

    Netzwerk als Karriere-Booster

    Menschen, die dich kennen, die deine Kompetenzen und Erfahrungen einschätzen können, können dich bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitgeber unterstützen. Dein Netzwerk weiß vielleicht, wer gerade auf der Suche nach einer Person wie dir ist. Sie können dich vorstellen und dich empfehlen. Sie können dir Informationen geben und dir helfen, sichtbarer zu werden.

    Aber was tun, wenn man „halt nicht so der Netzwerker“ ist?

    Mit welcher Methode du dein Netzwerk aufbaust, ist unerheblich. Wichtig ist, dass du früh genug anfängst und nicht erst, wenn du Kontakte brauchst. In meinem Blogartikel Netzwerken lernen stelle ich dir vier einfache Methoden vor, wie du systematisch und kontinuierlich dein Netzwerk aufbauen und pflegen kannst.

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    Silke Grotegut - Karriere- und Bewerbungscoach für Führungskräfte

    „Silke Grotegut ist Karriere- und Bewerbungscoach mit gut 20 Jahren Beratungs- und Coachingerfahrung. Seit fünf Jahren berät sie als selbständiger Coach Führungskräfte bei ihrer beruflichen Neupositionierung.

    Davor war sie 14 Jahre als HR-Expertin bei der Deutschen Telekom AG tätig. Auf ihrem Blog gibt sie ihren Lesern regelmäßig Tipps zu allen Themen rund um Karriere, überzeugenden Bewerbung sowie einem souveränen Auftritt in Vorstellungsgesprächen.“


    Sandra Kuhn-Krainick kenne und schätze ich seit vielen Jahren. Wir haben im Odenwald-Institut gemeinsam unser Handwerk gelernt. Sandra hat ein bemerkenswertes Gespür für die Anliegen und Themen ihrer Klienten und hat nicht umsonst schon einige Coaching-Awards gewonnen.

    Ihren Jahrestipp aus ihrer patentierten Jahresreise® lege ich Ihnen besonders ans Herz – denn ohne Gesundheit ist alles nichts!

    #FÜHRUNGSTIPP 3 – Setzten Sie sich selbst und Ihre Gesundheit auf Prio 1

    von Sandra Kuhn-Krainick

    Das Jahr 2020 wird sicher wieder viele Herausforderungen für Unternehmen bereithalten. Schneller, weiter höher… Dieser Trend lässt sich nur schwer aufhalten. Gerade Führungskräfte stehen dabei im besonderen Fokus und haben oft viel Druck und Stress.

    Mein Tipp für Führungskräfte ist -trotz aller Ziele und Herausforderungen- die eigene Gesundheit nicht zu vernachlässigen. Letztlich ist die eigene psychische und physische Stabilität der wichtigste Grundpfeiler für eine langfristige Leistungsfähigkeit.

    In meiner Coachingpraxis sehe ich oft Menschen, die viel zu lange Frühwarnsignale des Körpers ignoriert haben. Auch die Seele kann zum Beispiel mit Schlafproblemen und kreisenden Gedanken um Hilfe rufen. Wer beides ignoriert und längere Zeit die eigenen Grenzen überschreitet, der ist letztlich in diesem Moment richtig dumm.

    Nehmen Sie sich selbst wichtig!

    Seien Sie schlauer! Nehmen Sie sich selbst wichtig und setzen Sie Ihre Gesunderhaltung auf Priorität. Achten Sie vorsorglich darauf, dass Ihre Batterien immer wieder aufladen. In meiner Jahresreise® zur Stressbewältigung und in meiner Jahresreise® Gesund Führen begleiten wir Führungskräfte über zwölf Monate zur Prävention gegen Burnout.

    Hier fünf wichtige Tipps zur konkreten Umsetzung im Alltag:

    1. Regelmäßig Ruhe- und Auszeiten einplanen
    2. Körperlichen Ausgleich schaffen
    3. Energieräuber minimieren und Energietankstellen ausbauen
    4. Prioritäten und Grenzen setzen
    5. Erfolge feiern und gemeinsam Spaß bei der Arbeit haben

    Wenn Sie bei sich merken, dass erste Anzeichen für eine gesundheitliche Gefährdung bei Ihnen vorliegen, dann holen Sie sich Hilfe von Experten.

    In diesem Sinne ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2020

    Ihre Sandra Kuhn-Krainick

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    Sandra Kuhn-Krainick - Gesund Führen

    Sandra Kuhn-Krainick ist seit über 25 Jahren als Coach und Trainerin tätig. Sie leitet ihr eigenes Weiterbildungsinstitut mit Standorten in Deutschland und der Schweiz. Unter ihrer Firmierung arbeiten aktuell sechzehn Trainerinnen und Trainer. Gemeinsam haben sie sich der nachhaltigen Weiterbildung verpflichtet.
    Themenschwerpunkte von ihr sind: Führung, Kommunikation, Teamarbeit und langfristige Gesunderhaltung.

    Hinter dem Begriff „Jahresreise®“ verbirgt sich ein Blended-Learning-Programm, welches Sandra selbst entwickelt und patentiert hat. Teilnehmer werden dabei über zwölf Monate mit einer Mischung von Präsenztrainings und digitalen Selbstcoaching-Impulsen begleitet. Mit diesem Programm zur Stressbewältigung hat Sandra Kuhn-Krainick bereits den Deutschen Coach und Traineraward und den zweiten Platz beim Europäischen Trainingspreis mit dem Thema Gesund Führen gewonnen.



    Als ich Christine von Fragstein vor einiger Zeit begegnet bin, war ich sofort angetan von ihrem kreativen Blick. Sie nutzt Bilder, die den Kopf angenehm verwirren. Es war mir darum ein Vergnügen, sie um ihren Expertinnentipp zu bitten und es ist mir ein noch größeres Vergnügen, Ihnen heute ihre Facilitator-Tipps für das neue Jahr zu präsentieren.
    Mein Tipp: Probieren Sie ihn aus. Unbedingt. Sofort.

    #FÜHRUNGSTIPP 4 – Facilitation – wie Sie Ihre Mitarbeiter*innen aktiver einbinden können

    von Christine von Fragstein

    Wertschätzung, Zuhören und Dialog im Team sind zentrale Faktoren für den Erfolg von Führungskräften. Blockaden, Machtspiele, Langeweile, Motivationsprobleme entstehen vor allem dann, wenn Mitarbeiter sich nicht erst genommen fühlen, fremdbestimmt oder sinnentleert ihre Jobs erledigen und das WARUM? des großen Ganzen nicht mehr erkennen.

    Facilitation bietet Ansätze, dieses Knirschen im Getriebe ernst zu nehmen und dafür gemeinsam mit allen Lösungen zu entwickeln. „facilitare“ bedeutet erleichtern, ermuntern, ermutigen, Raum geben und halten.

    Diese drei Ideen zum Jahresanfang brauchen nicht viel, wirken aber direkt und weitreichend:

    1. Facilitative Grundannahme #1: Das Wissen liegt im System.
    Ihre Mitarbeiter und Teams haben Ideen, was bei einem neuen Vorhaben oder einer Herausforderung sinnvoll wäre. Sie schauen aus einer anderen Richtung auf diese Fragen als Sie. Sie als Führungskraft geben ihnen Raum und Zeit für eine gemeinsame Erkundung und einen Austausch. Dabei dürfen sie auf die kollektive Weisheit ihres Teams vertrauen und sich von den unerwarteten Ideen überraschen lassen, die sich aus dem Perspektivwechsel ergeben.

    2. Facilitative Methode #2 – Appreciative Inquiry – Wertschätzende Erkundung.
    Die Telekom Deutschland sammelt seit zwei Jahren Geschichten des Gelingens: Was läuft gut bei den Mitarbeitern und in ihren Teams? Wann kommen sie in den Flow, der sich kaum mehr wie Arbeiten anfühlt? Welche Umstände führen dazu? Darauf bauen sie auf, indem sie fragen: Wovon wollen ihre Mitarbeiter und ihre Teams mehr? Und schon sprudeln gute Ideen, auf die alle Lust haben. Gut zuhören. Storytelling pur. Macht Spaß. Wirkt Wunder.

    3. Facilitativer Dialog #3 Business Circle
    Probieren Sie mal ein neues Format für Ihre Team-Meetings aus: den Business Circle. Jede Woche eine Stunde Zeit füreinander. Alle teilen sich die Verantwortung für die Qualität, jede Stimme wird in den Raum geholt. Die Themen, die an diesem Tag anstehen, kommen von selbst – manchmal steht ein Elch im Raum, über den dringend mal gesprochen werden sollte.
    Ein Host ist für die Moderation verantwortlich, ein Timekeeper für die Länge der Redebeiträge. Alle gemeinsam achten auf Wertschätzung und Respekt füreinander. Aufmerksames Zuhören, Ausreden lassen. Pausen machen. Fokussieren. Für den dynamischen Flow geschieht alles in einer Kreisform. Probieren Sie es mal aus – es macht einen kolossal großen Unterschied zu den üblichen Meetings.

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    Christine von Fragstein - Facilitator und systemische Coach

    Christine von Fragstein ist seit 18 Jahren Kulturmanagerin und Kuratorin in der Filmwirtschaft und hat über 15 internationale Großprojekte für u. a. die Berlinale, Zurich Film Festival, Ruhr.2010, FIFA und DFB Kulturstiftung geleitet.

    Nach einer Ausbildung als Facilitator und Systemischer Coach gründete sie 2016 die Firma CHANGE ANIMAL und berät seither mit kreativen Methoden Teams, Projekte und Unternehmen, die sich neu aufstellen möchten oder in Veränderung begreifen.

    „Du will st alles“ Kunstwerk: Chris Succo
    Portrait: Petra Warrass


    Maja Schuttenberg ist eine kluge Kommunikationsstrategin. Im Gespräch mit ihr, gerät man leicht in die Tiefen des eigenen Unterbewusstseins und erkennt, was einen wirklich antreibt. Kein Wunder, dass ich mit ihr nur zu gerne an meiner eigenen Strategie gearbeitet habe. Ihr Tipp hilft Ihnen, Ihre Unternehmensvision 2020 auf den Punkt zu bringen.

    #FÜHRUNGSTIPP 5 – Die 6 wichtigsten Elemente einer Unternehmensvision: So begeisterst du Kunden und andere Stakeholder für dein Unternehmen

    von Maja Schuttenberg

    Als Führungspersönlichkeit hast du mit einer Unternehmensvision einen starken Hebel für deine Sache zu begeistern. Aber nur, wenn du nicht den klassischen Fehler machst und Vision mit Ziel verwechselst. Was ist der Unterschied?

    Eine „Gewinn-Steigerung von 150% und die Marktführerschaft in den nächsten 5 Jahren“ ist ein Ziel, das geplant wird. Aber emotional reißt es nicht vom Hocker und motiviert null. Ziele werden gemessen – Visionen existieren jenseits von Zahlen und Daten. Hier erhältst du auf einen Blick die 6 wichtigsten Elemente, die eine zündende Unternehmensvision benötigt:

    1. Realisierbarkeit: Machbar bleiben
    Selbst wenn es noch weit vom derzeitigen Unternehmensstatus entfernt ist: Eine Vision muss realisierbar sein. Utopische Wunschträume mit wenig Chance auf Verwirklichung entmutigen vielmehr als dass sie motivieren.

    2. Bild: Bildhaft beschreiben
    ‘Vision‘ und ‘visuell‘ sind nicht zufällig die gleiche Wortgruppe. Eine Vision malt ein Bild von der Zukunft. Sie dient der Orientierung und beschreibt bildhaft, wohin die Reise deines Unternehmen führt. Ohne Details wie Umsetzungsziele oder Zeitplan. Pläne ändern sich, die Vision bleibt.

    3. Pro-Statement: Formuliere es positiv
    Nur, was ein Unternehmen wirklich will, lässt aufhorchen. Was es nicht will, ist für Stakeholder bei weitem nicht interessant. Also bitte keine Contra-Formulierungen wie: „In Zukunft bauen wir keine schadstoffreichen Benziner- und Diesel-Fahrzeuge mehr.“ Sondern ein positives Was-Wir-Wollen-Statement.

    4. Werte: Integriere die Wertvorstellung
    Werte wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Agilität etc. verbinden. Erhalten Werte Einzug in die Unternehmensvision, schaffst du auf menschlicher Ebene eine Gemeinsamkeit und damit einen emotionalen Zugang zum Unternehmen.

    5. Beitrag: Gesellschaftlicher Mehrwert
    Eigennützige Aussagen wie “Wir wollen die Besten auf unserem Markt sein“, lassen kalt. Eine Vision, die begeistert, liefert auch einen Mehrwert für andere. Was ist also der gesellschaftliche Beitrag deines Unternehmens?

    6. Handlung: Glaubwürdigkeit durch Handeln
    Für mich das stärkste Element. Du und dein Unternehmen gewinnen stark an Glaubwürdigkeit, wenn erkennbar ist, das die Vision peu à peu schon jetzt umgesetzt wird. Lippenbekenntnisse erkennt man leicht an der Kluft zwischen Realität und Vision.

    Wie sähe nun eine Unternehmensvision aus, die mit allen 6 Elemente überzeugt?
    Zum Beispiel so:

    Unsere Vision: Wir arbeiten mit innovativer Technologie (1) an einer nachhaltigen (4) Zukunft, in der emissionsfreie Elektromobilität für (3) ein gesundes Klima (5) sorgt. Eine Welt, in der Mobilität und Umwelt Hand in Hand (2) gehen (1).

    1: Element ‘Realisierbarkeit‘
    2: Element ‘Bild‘
    3: Element ‘Pro-Statement ‘
    4: Element ‘Werte‘
    5: Element ‘Beitrag‘
    6: Element ‘Handlung‘

    Je mehr Elemente deine Vision beinhaltet, desto stärker wird sie begeistern –
    probier’s aus.

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    Maja Schuttenberg - Kommunikationsstrategin

    Maja Schuttenberg ist Kommunikationsstrategin und Gründerin der Kommunikationsberatung SchlagAder Kommunikation. Aus mehr als 15 Jahren Erfahrung als strategische Konzepterin und Content Creator weiß sie: ausdrucksstarke Unternehmenskommunikation ist keine Hexenwerk. Sie unterstützt Unternehmen dabei, eine einzigartige Unternehmensstimme zu finden und den richtigen Ton zu treffen.



    Faire Unternehmenskultur und faire Führung sind die Herzensthemen, die mich seit Jahren beschäftigen. Verständlich, dass mich das neue Buch „Fair Führen“ (erschienen im Campus Verlag) von Veronika Hucke sofort begeistert hat. Klar – wir haben uns auch gleich vernetzt. Ihren Führungskräftetipp sollten Sie unbedingt lesen. Ihr Thema kennen Sie sicher! (ich übrigens auch!)

    #FÜHRUNGSTIPP 6 – Einfach mal nachfragen

    von Veronika Hucke

    Kennen Sie das? Sie sind im Gespräch und stellen fest, dass Ihr Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin Ihre Meinung teilen? Oder Sie merken, dass die Vorstellungen massiv voneinander abweichen?

    Während wir uns im ersten Fall meist bestätigt und zufrieden fühlen (oder es uns noch nicht einmal auffällt), reagieren wir auf abweichende Meinungen häufig weniger positiv. Statt interessiert nachzufragen, um eine andere Sicht zu verstehen, beharren wir auf unserer Vorstellung. Wir sind überzeugt, dass die anderen falsch liegen, weniger erfahren sind, nicht so klug oder auch einfach komplett daneben. Was wir dabei übersehen: aus verschiedene Perspektiven stellen sich die gleichen Dinge tatsächlich völlig unterschiedlich dar. Zwei komplett abweichende Meinungen können beide gleichermaßen valide sein.

    Grafik: Drei Perspektiven schaffen drei Sichtweisen

    Je weniger Menschen gemeinsam haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Sicht unterscheidet und damit von Missverständnissen, aber auch von neuen Ideen und überraschenden Lösungen. Das ist der Grund, warum vielfältige Teams innovativer und erfolgreicher sind. Wenn es allerdings nicht gelingt, Irritationen als Impulse zu nehmen sondern sie als störend wahrgenommen oder als irrelevant abgetan werden, leiden Zufriedenheit, Produktivität und Zusammenhalt – ob in einer Gruppe oder der Gesellschaft.

    Deshalb lohnt es sich offen nachzufragen, gerade wenn mich etwas irritiert. Tatsächlich zuhören und nachzuhaken, statt im Kopf bereits die nächste Erwiderung vorzubereiten. Sich ehrlich um Verständnis zu bemühen und zu verstehen wo und warum sich die Sichtweisen unterscheiden und welche Gemeinsamkeiten bestehen. Das hilft das – laut George Bernhard Shaw – größte Kommunikationsproblem zu vermeiden: “The single biggest problem in communication is the illusion that it has taken place“. Wir denken, wir hätten miteinander gesprochen, aber reden schnurstracks aneinander vorbei.

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    Veronika Hucke - Expertin für faire Führung

    Veronika Hucke ist Expertin für faire Führung und arbeitet mit Teams und Unternehmen, um ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen, in dem alle Spaß an der Arbeit und gleiche Chancen haben. Sie war fast 20 Jahre in Führungspositionen für Kommunikation und Markenführung bekannter Unternehmen tätig, bevor sie bei Philips in Amsterdam die weltweite Verantwortung für Vielfalt und Chancengleichheit übernahm.

    Seit 5 Jahren unterstützt sie Organisationen rund um die Welt dabei, eine Kultur und Arbeitsweisen zu schaffen, in der Unterschiede geschätzt werden, verschiedene Menschen gleiche Möglichkeiten haben und mit Freude ihr Bestes geben. Ihr aktuelles Buch, „Fair führen“, ist im Oktober 2019 bei Campus erschienen.


    Alfredo Brizzolara besticht als Business-Coach und Teamtrainer mit einer wertschätzenden, geduldigen und trotzdem beharrlichen Art. Ein Meister, der vor allem junge Führungskräfte unterstützt, ihren eigenen Weg zu finden. Alfredo und ich haben den ein oder anderen Workshop gemeinsam gerockt. Ich bin echter Alfredo-Fan! Weil das Thema Wertschätzung in der Führung nicht wichtig genug genommen werden kann, gefällt mir sein Beitrag außerordentlich gut.

    #FÜHRUNGSTIPP 7 – Wertschätzung ist mehr als Lob

    von Alfredo Brizzolara

    Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie frustriert sind, weil ihre Leistungen und ihr Engagement in ihrem Unternehmen nicht gesehen werden. Vielmehr gilt das Geleistete als selbstverständlich. Diese Aussagen spiegeln sich auch im Hays-Report zum Schwerpunktthema „Unternehmenskultur“ wider. 72 Prozent der Befragten sehen Wertschätzung in der Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden als einen zentralen Aspekt für eine erfolgreiche Unternehmenskultur. Nur 39 Prozent der Befragten sehen diesen Punkt in ihrem Unternehmen als umgesetzt an.

    Lob ohne echte Anerkennung

    Immer wieder ist zu lesen, dass Führungskräfte mehr loben sollen. Nur, wie wertschätzend finden Sie zum Beispiel folgenden Satz: „Das haben Sie prima gemacht!“ vielleicht noch ergänzt um die Bemerkung „Weiter so!“ oder „Sie sind toll! Auf Sie kann man sich verlassen!“? Sicherlich kann ein so formuliertes Lob als positive Form der Beurteilung gesehen werden. Nur schafft es keine echte Verbindung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden.

    Wie wertschätzend und verbindend finden Sie den folgenden Satz? „Dass Sie diesen wichtigen Kunden zurückgewonnen haben, erleichtert mich sehr, denn das gibt mir Sicherheit für die anstehende Budget-Planung.“ Hier benennt die Führungskraft ein konkretes Ereignis, drückt ihr damit verbundenes Gefühl aus, nämlich Erleichterung, und formuliert ihr erfülltes Bedürfnis nach Sicherheit.

    Mehr Mut zu echter Wertschätzung

    Eine wertschätzend agierende Führungskraft drückt aus, wie Mitarbeitende ihr (Arbeits)Leben bereichern. Hierfür müssen Führungskräfte in der Lage sein, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und die dahinter liegenden (erfüllten) Bedürfnisse zu erkennen und schließlich den „Mut“ aufbringen, dies auch auszudrücken. Dies gilt natürlich auch umgekehrt für Mitarbeitende.

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    Alfredo Brizzolara - Neues Erleben in Führung

    Alfredo Brizzolara ist Führungskräfte-, Team-Entwickler für kleine und mittelständische Unternehmen mit 20 Jahren Führungserfahrung als Team- und Projektleiter und interner Senior Consultant. Er versteht sich als Prozessbegleiter, der Menschen und Teams dabei begleitet, Ihren eigenen Weg und ihre ganz eigene Lösung zu finden.

    Wertschätzend und geduldig, dennoch beharrlich ohne zu bedrängen, folgt seine Arbeit einem roten Faden, der immer Raum lässt, den jeweiligen Gegebenheiten gerecht zu werden.

    Welcher Tipp spricht Sie besonders an? Was wollen Sie gleich ausprobieren? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, Gedanken und Ideen.

    Aller Anfang ist fair.

    Ihre Katharina Bertulat

    P.S. Sie haben eigene Tipps? Schreiben Sie sie in den Kommentar. Ich freue mich.

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    Großartige Unternehmen übernehmen Verantwortung und setzen auf eine faire Unternehmenskultur. Werden Sie Teil der Lösung. Nicht nur für Ihre Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt, sondern auch für Ihr Firmenkonto.
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    katharina_bertulat_profil

    Hier schreibt Katharina Bertulat. Sie berät und unterstützt Menschen und Teams in Familienunternehmen mit einer fairen Unternehmenskultur. Junge Teams in Aufbruchstimmung. Teams in stürmischen Zeiten. Und Teams, wenn plötzlich alles anders ist.

    Sie wollen mehr erfahren? www.bertulat.de


    4 Kommentare zu »Sieben effektive Neujahrs-Tipps für Führungskräfte von sieben Führungsexperten«

    1. Super Beitrag! Gerade beim Thema „Priorisieren“ sollte man sich noch öfter selbstkritisch hinterfragen. Danke für den Impuls!

    2. Vielen Dank, Frieder! Absolut richtig!

    3. Meike sagt:

      Eine tolle Zusammenstellung von guten Tipps. Besonders gut hat mir der Führungstipp 4 gefallen, der Business Circle kommt mir vor wie eine gute Übung für zukünftig selbstorganisierte Teams. Werde ich im nächsten Teamcoaching bei einer Freundin (www.reinshagen-coaching.de) ausprobieren.

    4. Liebe Meike, vielen Dank!
      Ja, stimmt, der Tipp von Christine von Fragstein ist toll. Facilitation ist eine gute Möglichkeit, Teams wieder in Schwung zu bringen. Ich setze die Methoden sehr oft und erfolgreich ein. Schreib gerne, wie es in eurem Teamcoaching geklappt hat! Viele Grüße, Katharina

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